Alternativen zu Google und anderen Datenkraken

Wer kennt es nicht? Schnell einmal einen Begriff googeln, nach dem Restaurant oder dem Hotel auf Google Maps schauen und auf Google Bilder nach schönen Fotos für den nächsten Urlaub schauen? Google ist sehr praktisch: deppensicher und alles ist synchronisiert und gesichert. Aber was ist, wenn

… man möglichst wenig Daten an Google geben möchte?

… dich dein Profil bei Google beängstigt?

… Google plötzlich deinen Account sperrt?

Google kann und hat schon Accounts geschlossen. Was würde das bei dir ausmachen? Könntest du dann noch auf dein Android Smartphone, Fotos, Mails, Sicherungen,… zugreifen? Google ist natürlich nur eine der großen, wenn nicht die größte Datenkrake. Facebook, Apple oder Microsoft halte ich nicht für besser. Aber gibt es hierfür überhaupt Alternativen? Ich zeuge euch heute, welche Alternativen ich aktuell verwende und wo ich noch nicht umgestellt habe.

Mail

Wer hat nicht eine oder mehrere Google-E-Mailadressen? Ein paar Fake-Adressen können nie schaden, zumal Google meist nicht auf der Blackliste landet, aber muss man mehr haben (wenn man kein Android verwendet)? Mit einer eigener Domain hat man die ersten Adressen und Aliase sicher. Zudem kann man Wegwerfadressen und einheimische Hoster einsetzen.

Eine Alternative wäre die Daten auf meinem Nextcloud-Server vorrätig zu halten, aber dafür ist mir mein System nicht professionell genug.

Datensynchronisation

Ich sprach vorher über meinen Nextcloud-Server. Meine Daten synchronisiere ich über meinen eigenen Nextcloud-Server. Bis jetzt kann ich mich über Nextcloud kaum beschweren. Die Clients laufen auf Windows, Linux und Sailfish OS ohne Probleme (Android ebenfalls bereits getestet). Einzelne Funktionalitäten bei den Clients wären noch praktisch, aber es passt so wie es ist. Nextcloud selbst bietet einige nette Funktionen, wie Kalender, Kontakte oder Fotos. Ach ja, auch von Nextcloud und seinen Daten sollte man mindestens ein Backup ziehen. Und sicher…

Evernote/Docs/Notizen

Vorher hatte ich Notizen mit Evernote angefangen, allerdings wollte ich diese Daten nicht in die Cloud packen, also verwende ich Nextcloud Notes.

Kalender und Kontakte

Insbesondere beim Kalender fand ich Google praktisch. Man kann leicht seine Termine zwischen seinen zig Geräten synchronisieren. Als Alternative bieten sich CalDav und CardDav an. Beides kann man über Boards, wie Raspberry Pi, oder einen Online-Dienst nutzen. Ich entschied mich jedoch für Nextcloud. Bei Android benötigt man für CalDav eine zusätzliche App, wie beispielsweise DAVdroid. Sailfish OS „spricht“ CalDav und CardDav nativ, wodurch sowohl Kalender und Kontakte immer in beide synchronisiert sind.

Fotos

Mein ursprünglicher Grund, ein Google-E-Mailkonto zu eröffnen, waren Fotos. Ich war damals im Auslandssemester und die Verwandtschaft wollte wissen, was ich erlebe. Nachdem sich weniger technikaffine Personen sich für mein damaliges NAS zu dämlich anstellten oder dessen Oberfläche nicht DAU-freundlich war, musste eine einfachere Lösung her. So kam ich auf Google. Nun, Nextcloud halte ich als nutzerfreundlich genug es erneut bei der Verwandtschaft zu probieren – und bis jetzt habe ich nichts gegenteiliges gehört.

RSS-Reader

Eine mittlerweile gerne verwende Funktionalität über eine Erweiterung ist Nextcloud als RSS-Reader. Das hat zwar einige Nerven gekostet, aber mittlerweile läuft es problemlos und ich kann sowohl über die Weboberfläche als auch über Programme wie RSS Guard auf den PCs Feeds lesen. Die Fdroid-App hängt sich auf Sailfish OS (Smartphone) leider gerne auf, aber prinzipiell funktioniert es dort auch.

Maps

Die nächste Funktionalität, die ich angreifen wollte, waren Karten. Google Maps ist äußerst praktisch für die Navigation im Urlaub, man kann aber auch im Heimatort etwas nachschauen, in der App Karten für die offline-Nutzung herunterladen und Orte, die man besuchen will, markieren. Das alles ist äußerst praktisch – auch für Google, die schön Daten sammel können. Ich verwende seit den letzten 1-2 Jahren meist Open Street Maps (OSM). Teils ist OSM besser, teils schlechter als Google. Hundert prozentig zufrieden bin ich mit meiner aktuellen Lösung nicht, da ich gerne meine markierten Orte gerne in meiner Nextcloud speichern und synchronisieren würde.

Browser

Um Chromium kommt man inzwischen kaum drum herum. Ich verwende Vivaldi, nachdem mir einige Einstellungen besser gefallen, man aber trotzdem die Entwicklerwerkzeuge hat. Dazu die Erweiterungen uMatrix und uBlock Origin, wobei man beim Freischalten von Skripten etc. wieder merkt, dass man nicht ganz ohne Google auskommt…

Lesezeichen-Synchronisation im Browser

Das letzte Feature, welches ich hinzugefügt habe, ist Lesezeichen-Synchronisation über PCs hinweg. Für Nextcloud gibt es eine Erweiterung, auf den PCs verwende ich die Browser-Erweiterung floccus. Einzig auf dem Smartphone (Sailfish OS) habe ich noch keine befriedigende Lösung gefunden.

Suche

Eine Alternative zu Google ist DuckDuckGo, wobei es hier auch Argumente dagegen gibt.

Android

Deutlich schwieriger empfand ich einen Ersatz für Android zu finden. Ursprünglich wollte ich auf Librem 5 warten, aber mein Smartphone machte einen Strich durch die Rechnung. So kam ich auf Sailfish OS. Ohne Google, ohne Google Play Store, ohne Google Suche und ohne Google Maps. Zugegeben, wenige Apps wollen nicht oder nur nach Arbeit, aber damit kann ich leben.

Daten bei Google löschen

Wer noch seine Daten bei Google einsehen und löschen will, kann sich die folgenden Seiten anschauen.

Dann wären da noch…

Youtube: ähm… Anstelle Kanäle zu folgen, kann man diese auch per RSS abonnieren, aber beim sehen fällt mir nur die nocookie-Variante als sinnvolle Alternative ein.

Messenger: Jabber mit Omemo. RocketChat möchte ich demnächst noch testen sowie JitsiMeet als WebRTC bzw. die Variante auf Nextcloud.