Welche Daten hat SCHUFA von mir

Am neugierigsten war ich tatsächlich auf die Daten der SCHUFA. Die SCHUFA ist aus meiner Sicht nicht für ihre Datenoffenheit bekannt, jedoch kommt man fast nicht um sie rum. Meist benötigt man die Auskunft, wenn man eine neue Wohnung beziehen will. Jedoch gehen deutlich mehr Daten ein. Ich hatte erst vorletztes Jahr eine Selbstauskunft sowie einen Vermieternachweis, der leider Geld kostet, angefordert. Der Vermieternachweis sagt außer dem Score nicht viel aus und kostet trotzdem. Vor der DSGVO konnte man in den letzten Jahren einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft erhalten. Die Schufa wirbt gerne mit ihren Mitgliedschaften/Konten für 1/2-1 Jahr, für die man natürlich solche Daten immer erhält. Die Selbstauskunft ist zumindest kostenlos, aber nerviger anzufordern – natürlich über Produkte, wo denn sonst. Ich war gespannt, wie die Schufa auf meine Anfrage reagieren würde. Ich bekam eine Antwort, zwar etwas später als erhofft, aber mit mehr Infos als gedacht. Das Spiel wiederholte ich, um die Veränderungen der Daten und insbesondere des Scores  zu sehen. Hinsichtlich der Berechnung des Scores wurde ich aber nicht schlauer auf Grund der Daten.

Insgesamt bekam ich die Informationen inklusive einem Anschreiben auf sieben Seiten Papier, einseitig bedruckt, per Post – zum Schutz der Daten. Interessant fand ich im Anschreiben folgenden Absatz:

Die SCHUFA nutzt im Rahmen der durch sie erteilten Wirtschaftsauskünfte zu Unternehmen Daten der CS Connect GmbH & Co. KG, welche Informationen über Unternehmen und deren wirtschaftlich tätige Personen (z.B. Gesellschafter, Inhaber, Geschäftsführer) speichert. Sofern Sie Informationen darüber erhalten möchten, welche Daten zu Ihrer Person bei der CS Connect GmbH & Co. KG gespeichert sind, bitten wir Sie dort einen entsprechenden Antrag zu stellen. Ein Bestellformular für eine Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO), die bei der CS Connect zu Ihrer Person gespeichert sind, finden Sie unter www.cs-connect.de.

Für Anfragen bei CS Connect findet man ein Formular, das man ihnen per Post, Mail oder Fax zusenden kann, um anschließend per Post die Daten zu erhalten. Bei der Anfrage gibt es folgendes Feld: Angaben zu einem Unternehmen, in dem Sie wirtschaftlich tätig sind. Die gehen hier wohl nur von Unternehmen aus.

Wenn man mal davon absieht, dass die SCHUFA bei der ersten Anfrage meinen Namen falsch geschrieben hat, bekam ich folgende Informationen gleich im Anschreiben:

  • Datensatznummer
  • Persönliche Daten
  • Aktuelle und frühere Adressen

Die nächste Seite enthält Anfragen zur Bonitätsprüfung mit Anfragender, Datum und Grund, abgeschlossene Kreditkartenverträge und neue Bankverbindungen. Auf der folgenden Seite ist eine Tabelle mit den in den zwölf Monaten übermittelten Wahrscheinlichkeitswerten zu sehen. Die Tabelle besteht aus

  • Datum,
  • Übermittelt an,
  • Bezeichnung,
  • Scorewert,
  • Ratingstufe,
  • Erfüllungswahrscheinlichkeit,
  • Bisherige Zahlungsstörungen,
  • Kreditaktivität letztes Jahr,
  • Kreditnutzung,
  • Länge Kredithistorie,
  • Allgemeine Daten,
  • Anschriften Daten und
  • Bedeutung insgesamt.

Der aktuelle Basisscore wird angegeben.

Er wird als Erfüllungswahrscheinlichkeit in Form eines Prozentwertes dargestellt. Die Berechnung erfolgt einmal pro Quartal auf Basis der zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten.

Wie auch immer das erfolgt. Die Berechnungsformel ist leider nicht bekannt. Die letzten beiden Seiten enthalten SCHUFA-Information, die nicht wirklich interessant sind. Hier fand ich es interessant, wie sich der Score innerhalb von kurzer Zeit ändern kann. Leider kann ich auf Grund der geschickten Daten nicht nachvollziehen, warum er sich wirklich geändert hat. Dies hat sich durch eine weitere Anfrage auch nicht geändert.