Welche Daten hat Twitter von mir

Manche Datenschutzanfragen dürfen auch ruhig Spaß machen. Aber eines nach dem anderen. Wie komme ich an die Daten bei Twitter? Einstellungen -> Deine Twitter Daten -> runter scrollen, Daten anfordern klicken. Von Twitter kann man sich ausführliche Daten zuschicken lassen, aber einen ersten Einblick erhält man schon vorher.

Erste Daten von Twitter

In den Einstellungen findet man bei „Deine Twitter-Daten“ erste Informationen und man kann neben einem Auszug auch die maßgeschneiderten Zielgruppen anfordern. Zielgruppen bei mir sind u.a.
  • AmazonUK
  • DocuSign
  • Dropbox
  • VodafoneUK
  • Xbox
  • meshfire
  • LastWeekTonight

LastWeekTonight kann ich verstehen, aber ansonsten schaut es etwas seltsam aus. Von sechzehn Firmen stimmen bei mir zwei bis drei, bei ähnlichen Zielgruppen ist das Ergebnis noch schlechter: von zwei vollen Seiten an Firmen passen genau zwei auf mich. Twitter verknüpft dich mit Interessen, die man selbst auch noch bearbeiten kann – wenn man denn will. Nachdem meine geschätzten Interessen genauso gut passen wie bei ähnlichen Zielgruppen, lasse ich das lieber einmal so, wie es ist.

Ausführliche Daten von Twitter

Die zugeschickten Daten sind aufgeteilt auf verschiedene JSON-Files:

  • account
  • account-creation-ip
  • account-suspension
  • account-timezone
  • ad-engagements
  • ad-impressions
  • ad-mobile-conversion-attributed
  • ad-mobile-conversions-unattributed
  • ad-online-conversions-attributed
  • ad-online-conversions-unattributed
  • ageinfo
  • block
  • connected-applications
  • contacts
  • direct-message
  • direct-message-headers
  • direct_message_media
  • email-address-change
  • facebook-connection
  • follower
  • following
  • ip-audit
  • like
  • lists-created
  • lists-member
  • lists-subscribed
  • moment
  • mute
  • ni-devices
  • periscope-account-information
  • periscope-broadcast-metadata
  • periscope-comments-made-by-…
  • periscope-expired-broadcast….
  • periscope-follwers
  • persoanilzation
  • profile
  • profile_media

Erste Ergebnisse:

  • Die Timezone stimmt schon einmal nicht
  • ageinfo: 13-54, >65 wie auch immer beides zusammen passt.
  • Geänderte E-Mail-Adressen kann Twitter nachvollziehen.

Ich finde die AdEngagements interessant. So gab es einmal von der Hamburg Media School eine Werbung, wo ich durch Interests Education news and general info gematcht wurde. targetingType Follower look-alikes ist in dem Fall @DJVde, @DerSPIEGEL, @gourn_online und @GolemRedaktion. Den Accounts folge ich jedoch nicht. Eine Google Ad wurde z.B. für Leute geschalten, die der EU-Commission oder @Europarl_EN folgen. Eine e-Health Ad von Pfizer Deutschland wird dafür an Interests Science News, Health news and general info sowie Follower look-alikes DoroBaer, Bitkom, gruenderszene, DStartups festgemacht. Eine politische Ad ging sowohl an Grüne als auch FPD. Schon allein für das Ad-Engagement hat sich für mich das Herunterladen gelohnt. Es ist erheiternd, wie wenig es passt, aber auch erschreckend, wie Ads mit Personen verknüpft werden und wie groß die Anzahl der Daten ist. Die Daten sind zwar JSON und ich bin verhältnismäßig wenig aktiv auf Twitter, aber es sind trotzdem über 800 Zeilen (Stand Ende 2018). Passend dazu findet man diese Informationen auch in ad-impressions.

Bei ip-audit findet man die Zeiten, an denen man sich eingeloggt hat mitsamt seiner IP von grob dem letzten Monat. Somit kann Twitter nachvollziehen, wann man online ist. Neben demographischen Informationen (Sprache, Geschlecht) finden sich bei personalization wieder die Interessen, die man auch einfach bei Twitter-Daten sehen kann. Dazu die partnerInterests und shows, die genauso wenig stimmen.

Insgesamt habe ich mir die hier über mich gesammelten Informationen schlimmer vorgestellt. Man weiß aber nicht, ob es nicht noch Schattenprofile gibt und was sonst aus den Daten gemacht wird.